Die LINKE LISTE Nürnberg wurde Anfang 2007 gegründet. Ziel war es, die linken Kräfte in dieser Stadt an einen Tisch zu bekommen und gemeinsam für eine soziale Stadt zu kämpfen. Mit dabei waren verschiedene linke Organisationen, Parteien und Einzelpersonen. Viele Bürger_innen von SPD und Grünen waren enttäuscht über die Politik des Sozialabbaus im Rahmen der Agenda 2010, der Militarisierung der deutschen Außenpolitik und des Abbaus von kommunalen Strukturen in unserer Stadt. Viele fanden in der LINKEN LISTE Nürnberg eine neue politische Heimat.
Unser Anspruch war, sich aktiv in die Kommunalpolitik in Nürnberg einzumischen und die außerparlamentarischen Proteste ins Nürnberger Rathaus zu tragen. Gleichzeitig sollten die Mauscheleien im Rathaus an die Öffentlichkeit gebracht werden.
Im Oktober 2007 verabschiedeten wir unser 12 Punkteprogramm und führten die Aufstellungsversammlung für die Stadtrats- und Oberbürgermeisterwahlen durch. Anwesend waren über hundert Mitglieder, so dass wir ohne Probleme unsere Liste mit 70 profilierten Kandidat_innen füllen konnten. Als Oberbürgermeister- und Spitzenkandidat wurde der Gewerkschafter Harald Weinberg aufgestellt.
Zur Bewältigung der ersten Hürde mussten genügend Bürger_innen erklären, dass sie unsere Kandidatur unterstützen. Um uns auf den Wahlzettel zu bringen mussten sie hierfür eine Unterschrift im Wahlamt abgeben. Mit viel Enthusiasmus und kreativen Aktionen mobilisierten wir rund 1.000 Wahlberechtigte - deutlich mehr als notwendig! Dies war ein großer Kraftakt, der gleich in unseren Wahlkampf überging.
Unsere Kandidat_innen und Mitglieder standen in den Fußgängerzonen, vor den Betrieben, in den Stadtteilen und stellten sich und unsere Positionen den interessierten Bürger_innen vor.
Am Wahlabend im März 2008 war die Stimmung großartig. Mit 4,8 % zog erstmals seit vielen Jahrzenten eine mehrköpfige politische Kraft links der SPD ins Nürnberger Rathaus ein.
Mit offenen Armen wurden wir im Rathaus nicht begrüßt. Mehrheitlich wurde bestimmt, dass wir keinen Fraktionsstatus erhalten und damit weder in den Ausschüssen vertreten sind noch das Recht auf ein eigenes Büro im Rathaus haben. Aber schnell merkten die etablierten Rathausparteien, dass man uns ernst nehmen muss und dass wir zusammen mit außerparlamentarischen Initiativen unangenehmen Druck aufbauen können.
Bei den Bundestagswahlen im September 2009 kandidierte unser Stadtrat Harald Weinberg für die Partei DIE LINKE. 22.500 Nürnberger_innen (knapp 10% der abgegebenen Stimmen) wählten in Nürnberg links. So wechselte Harald Weinberg vom Nürnberger Stadtrat in den Bundestag. Für ihn rückte Marion Padua nach und vertritt heute zusammen mit Eylem Gün die LINKE LISTE Nürnberg im Stadtrat.